Karl Wessels: "Achter Böm' un Busch"

Min Hus lett achter Böm un Busch
un achter Steen un Sand.
Do springt de Becke dür den Grund,
do greunt dat grote Land.

De Vüegelkes singt schmöd un sacht
bi'n ersten Morgenschien,
un Blaumen giäl un Blaumen witt
könnt gar nich bunter sien.

Un oambds goht de Stärnkes op,
de Mone schient so witt,
'nen goldenen Strieb van sienen Schien
he in de Becke schmitt.

Ick schlop un dröm - un freue me
dat ganze Liäwen lang.
Wo Menschen wiet van ene wuont,
da gifft ken Striet off Stank.

Män eenen es', de günnt me nech
mien Glück an'n Wieschenrand,
dat es de Dod - dä grippt no me
met siene kolle Hand.

He päckt me an un schert sik nech
an miene grote Freud;
o Härr, et sterwt sik doch so schwor
do achter Sand un Heid.

De Bläumkes kommt un Vüegelkes
un Sunne, Mon un Stärn
un seggt: "Nu bliew no'n bettken hier,
du gehs' jo doch nich gern."

Ik kann nech bliewen, lot me gohn,
wat salll ik hier noch daun?
Den Garden un dat Ackerland
lot' nu de Jungens baun.

Dieses Gedicht von Karl Wessels wurde dem Vestischen Kalender 1976 entnommen. Es wurde auch im Heft 22 "Kirchhellener Poeten" der Schriftenreihe des Vereins- für Orts- und Heimatkunde abgedruckt. Zuerst wurde das Gedicht im Vestischen Kalender 1927 veröffentlicht.


letzte Änderung: 02.10.2009 Impressum